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Thalia Theater – Der Prozess

Nichts ist hier normal. Obwohl im Leben Josef K.s alles in einigermaßen geregelten Bahnen läuft, wird er an seinem 30. Geburtstag von einer mysteriösen Behörde verhaftet. Eine konkrete Anklage gibt es nie –nur die Konfrontation mit einem System, das K. nicht versteht: eine Albtraum-Logik, die sich seinen Erwartungen immer wieder entgegensetzt. Sein Alltag überreizt sich mit Gesetzesstrukturen. Verstörende Figuren reden auf ihn ein. Der Mensch K. wartet also auf einen Gerichtsprozess. Aber welchen Prozess durchläuft er wirklich? Macht sich K. – ganz naiv und nervös – schuldig, ohne es zu wissen? Am Ende kommt jede Erkenntnis zu spät, und das Urteil ist unerschütterlich: Josef K. ist schuld – weil er lebt.

Franz Kafka, geboren 1883, stammt aus einer jüdischen Prager Familie. Prag ist zu dieser Zeit Teil des Habsburgerreiches – zahlreiche Nationalitäten, Kulturen, Sprachen und politische Strömungen existieren nebeneinander. Das Schreiben am „Prozess“ beginnt Kafka 1914, in den Wirren des beginnenden Ersten Weltkriegs. In welche Welt fällt dieses Werk heute? Wird Kafkas posthum erschienenes Roman-Fragment zu einem Spiegel gegenwärtiger Zwänge und existenzieller Konflikte – zu einer Frage nach (individueller) Verantwortung in einer widersprüchlichen und überfordernden Wirklichkeit?

Der Regisseur Michael Thalheimer inszeniert zum ersten Mal einen Roman von Franz Kafka, der vor demnächst 100 Jahren, am 3. Juni 1924, gestorben ist.

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