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Theresa im MARKK
Theresa Hannig

Ausstellung in Hamburg: Was du im September sehen musst

Theresa (27) ist Redakteurin, ehemalige Kunststudentin und fühlt sich zwischen Museumshallen und Galerieräumen zuhause. Auch wenn sie heute lieber in ihrer Freizeit malt als im Studium, hat sie ihre Liebe zur Kunst nie verloren. Jeden Monat empfiehlt sie die spannendsten Ausstellungen der Stadt – von großen Publikumsmagneten bis zu kleinen Entdeckungen, an denen du sonst vielleicht vorbeigelaufen wärst.

Stoffe mit Superkräften: Willkommen in der Zukunft des Designs!

"Talking Textiles" von Nicole Schönherr
Gaston de GiglioÖffnet ein neues Browser Tab

Stoffe, die Energie erzeugen oder eine Berhürung in Klänge verwandeln: Bei der Textile Week im Design Zentrum geht es zehn Tage lang um Textilien, die mehr können, als gut auszusehen. Darunter sind Materialien, die biologisch abbaubar sind oder auf ihre Umgebung reagieren und damit zeigen, wie Mode und Design künftig ressourcenschonender funktionieren könnten. Rund um die Ausstellung kannst du selbst tiefer einsteigen: Im FABRIC Future Fashion Lab stehen Vorträge, Workshops und Portfolio-Beratungen auf dem Programm. Die Gruppenausstellung „Invisible Roles“ der Mode- und Kulturplattform apn gallery beschäftigt sich außerdem mit Perspektiven, die in der Mode- und Textilbranche häufig wenig sichtbar sind. Besonders spannend finde ich die Design Visits: Dabei geht es raus aus dem Ausstellungsraum und direkt dorthin, wo in Hamburg gestaltet und produziert wird – etwa in Druckereien, Tischlereien sowie Textil- und Modebetriebe.

Klar, minimalistisch, ästhetisch: Ein VW war nie schöner als vor Hans Hansens Linse

Zerlegtes Auto
MK&GÖffnet ein neues Browser Tab

Wer zerlegt einen VW Golf in 7.000 Einzelteile, nur um das perfekte Foto zu schießen? Die Antwort hängt im MK&G: Hans Hansen, einer der einflussreichsten deutschen Fotografen der Nachkriegszeit. Das berühmte VW-Bild aus dem Jahr 1988 bildet den Kern der Hamburger Ausstellung, die nur noch diesen Monat läuft. Für mich strahlen seine fein geordneten Produktfotografien so eine Ruhe aus, dass sie meinen eigenen Ordnungsdrang auf eine seltsame Art befriedigen. Gerade in unserer heutigen Zeit, die von schnellen Instagram Reels und TikToks überladen ist, tut diese reduzierte Ästhetik unheimlich gut. Besonders spannend fand ich den Blick hinter die Kulissen: Durch persönliche Skizzen, Briefe und Objekte aus seinem Hamburger Studio bekommst du ein Gefühl für seine Arbeitsweise. Beim Durchwandern der Räume wurde mir erst richtig klar, dass Hansen Alltagsgegenstände nicht einfach nur abgelichtet, sondern ihnen eine ganz eigene Persönlichkeit verleiht.

  • Foto: Hans HansenÖffnet ein neues Browser Tab
  • 📍 Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg (MK&G), Steintorpl. 1, 20099 Hamburg
  • 📅 17.4.2026 - 01.11.2026
  • 🎨 Fotografie
  • 🎟️ ab 6 €
  • 🚶‍♀️ Führungen finden in dieser Hamburger Ausstellung am 24. Oktober und am 18. November um 15 Uhr.

Mal Gottheit, mal Shitpost: Katzen sind das Chamäleon der Kunstgeschichte

Glückskatze
MARKKÖffnet ein neues Browser Tab

Meine Katze ist für mich das schönste Tier der Welt. Wenn ich in ihre leuchtenden Augen schaue oder ihrem tiefen Schnurren lausche, gibt es daran keinen Zweifel. Dass ich mit meiner Obsession nicht alleine bin, zeigt diese Ausstellung in Hamburg: Die Katzen-Schau im MARKK spürt dem Hype in den Medien nach und unterfüttert ihn mit politischer und gesellschaftlicher Tiefe. In fünf Themenräumen – von „niedlich“ bis „unabhängig“ – geht es einmal durch die Kunstgeschichte aus Perspektive der Vierbeiner – und die ist keinesfalls samtpfotig. Während meine Katze für mich Selbstständigkeit und Eigensinn bedeutet, fand ich es interessant zu sehen, wie stark sich ihre symbolische Bedeutung je nach Kulturkreis wandelt: mal heiliges Symbol für Fruchtbarkeit im alten Ägypten, mal als asiatischer Glücksbringer oder eben im Mittelalter als vermeintliches Symbol für Unglück und Hexerei. Am coolsten fand ich die Station, an der ich meine eigenen Memes entwerfen konnte – da wird Cat Content offiziell zur kuratierten Kunstform erhoben!

  • KATZEN!Öffnet ein neues Browser Tab
  • 📍 MARKK Museum am Rothenbaum, Rothenbaumchaussee 64, 20148 Hamburg
  • 📅 05.12.2025 - 29.11.2026
  • 🎨 Videos, Fotografie, Objekte, Installation
  • 🎟️ ab 6 €
  • 🚶‍♀️ Öffentliche Führungen am 11. und 25. Oktober. Auch cool: Die begleitenden Talks zu dieser dieser Ausstellung in Hamburg, wie zum Beispiel am 04. November zu Tierwohl und Katzen-Solidarität.

Diese Ausstellung in Hamburg zeigt dir, wie dein Viertel früher aussah

Jungfernstieg von oben
Günther KrügerÖffnet ein neues Browser Tab

Keine Elbphilharmonie, keine HafenCity, und da, wo heute die Autos über die großen Elbbrücken jagen, wird gerade erst der Beton gegossen. Ich habe mir die Luftbilder im Planet Harburg von Günther Krüger angeschaut – dem Mann, den sie damals ehrfürchtig „Luftbild-Krüger“ nannten. Der ist in den 50ern und 60ern mit dem Hubschrauber über die Hansestadt geflogen, um für das Hamburger Abendblatt Schwarz-Weiss-Fotos zu knipsen. Bild für Bild wechselt sich das Gesicht der Stadt: Die neue Ost-West-Straße wird durch die Viertel gezogen, die City-Hof-Hochhäuser am Klosterwall wachsen in den Himmel (die es heute nicht mehr gibt!), und sogar das Volksparkstadion sieht aus wie aus einer anderen Zeit. Ganz egal, ob du dich für Städtebau interessierst oder nur staunen willst, wie dein Viertel vor 60 Jahren aussah: Für diese kostenlose Ausstellung in Hamburg lohnt sich der Ausflug südlich der Elbe.

Der schönste Zerrspiegel der Stadt: Carrie Yamaokas Werke dehnen deinen Blick

Werk von Carrie Yamaoka
Carrie YamaokaÖffnet ein neues Browser Tab

Kann ein Kunstwerk blinzeln? Als ich vor den Arbeiten von Carrie Yamaoka stand, fühlte es sich genau so an. Anlässlich des Maria Lassnig Preises verwandelt die New Yorker Künstlerin den Lichthof der Galerie der Gegenwart in ein funkelndes Labor. An den Wänden hängen Arbeiten aus Mylar-Folie und Polyester, die durch chemische Prozesse flüssig gegossenes Harz tragen. Weil das Material beim Trocknen Bläschen und Wellen schlägt, fängt es das einfallende Licht wie ein Prisma ein. Sogar eine Mülltüte, gefüllt mit tiefblauem Harz, wird am Boden zu einem spiegelnden See. Ich wollte ein Foto machen, aber es ist unmöglich: Durch die unebenen Oberflächen fotografiert man immer sich selbst, die eigene Kamera und die Silhouetten der anderen Besucher:innen. Dahinter steckt eine politische Haltung: Yamaoka hat Anfang der 90er das queere Aktivistinnen-Kollektiv “fierce pussy” mitbegründet, um lesbische Identität in der AIDS-Krise sichtbar zu machen. Diese Frage hallt in der Kunsthalle nach: Wer bin ich im Raum? Wer wird gesehen, wer verschwindet in den Schichten?

Diese Ausstellung in Hamburg will die Natur vor deiner Haustür retten

Achtung Artenvielfalt
BMFTR-Forschungsinitiative zum Erhalt der ArtenvielfaltÖffnet ein neues Browser Tab

Im Museum der Natur in Eimsbüttel brennt in dieser Woche das Licht bis spät in die Nacht. Grund ist die bundesweite Aktionswoche “Achtung Artenvielfalt!”, die das Gebäude mit Vorträgen, Workshops und Führungen in einen lebendigen Workspace für den Naturschutz verwandelt: In der Tiger Lounge liest die Biologin und Autorin Franziska Witschi aus ihrem Buch “Wildwechsel”, während die durch Deutschland ziehende Ausstellung PLANET A Alarm wegen des weltweiten Artensterbens schlägt und bedrohte Wildarten zeigt. Doch statt nur ein schwarzes Bild zu zeichnen, geht es ganz konkret darum, wie du selbst aktiv werden kannst: zum Beispiel, wie du deinen Balkon mit heimischen Wildpflanzen in eine Oase für bedrohte Wildbienen verwandelst oder per Smartphone-App Vögel im Stadtpark meldest, um der Forschung zu helfen. Komm vorbei und diskutiere mit – einen Planeten B haben wir schließlich nicht.

  • Achtung ArtenvielfaltÖffnet ein neues Browser Tab
  • 📍 Museum der Natur Hamburg - Zoologie, Bundesstraße 52, 20146 Eimsbüttel
  • 📅 05.10.2026 - 11.10.2026
  • 🎨 Forschungsobjekte
  • 🎟️ kostenlos
  • 🚶‍♀️ Stell dich deiner Spinnenphobie und schau bei dieser Tandemführung vorbei: Im Nachklang an die Hamburger Ausstellung räumen am 14. Oktober der Forscher Dr. Danilo Harms und die Kunstvermittlerin Dr. Lilian Adlung-Schönheit mit Vorurteilen in der Kunsthalle auf.

Bilder, die den Raum verändern: Die große David-Novros-Retrospektive

Gemälde von David Novros
Hamburger KunsthalleÖffnet ein neues Browser Tab

Auf seiner Europareise im Jahr 1963 verliebte sich der Maler David Novros, der in den Kapellen Italiens groß geworden ist, in Giottos Fresken. Zurück in New York hatte er keine Lust mehr auf klassische Vierecke: Im Umfeld der Minimal Art der 60er erfand er die Malerei neu und verpasste seinen Leinwänden unregelmäßige Formen. Zu seinem 85. Geburtstag zeigt die Kunsthalle nun die bislang größte Europa-Retrospektive. Genau wie die Mönche damals in den italienischen Klöstern an den Wandbildern vorbeigingen, musst du dich durch die zwei Etagen der Galerie der Gegenwart bewegen. Je nachdem, wie nah ich vor den Bildern stand, sah ich etwas anderes – erst mit ein paar Schritten Abstand setzte sich das Farbpuzzle in meinem Kopf zusammen. So stark und dicht manche dieser 50 Werke auch erscheinen, vermitteln die lockeren Strukturen ein Gefühl von Wärme und Verbundenheit mit dem Ort. Novros' erklärtes Ziel, das eigene Ich in einer gemalten Welt aufgehen zu lassen, hat sich für mich beim Ausstellungsbesuch tatsächlich eingelöst.

  • David Novros. Painting
  • 📍Hamburger Kunsthalle, Glockengießerwall 5, 20095 Hamburg
  • 📅 09.10.2026 - 22.02.2027
  • 🎨 Gemälden, Kupferreliefs, Arbeiten auf Papier
  • 🎟️ ab 9 €
  • 🚶‍♀️ Bei der Vernissage am 7. Oktober um 19 Uhr findest du nicht nur mich, sondern auch David Novros persönlich.

Horror-Micky Maus: Diese Ausstellung in Hamburg ist der Albtraum meiner Kindheit

Joyce Pensato: The Look Out, 2016, Emaille auf Leinen
Jason Mandella © Joyce Pensato FoundationÖffnet ein neues Browser Tab

Schultasche in die Ecke, Fernseher an und erst mal die Micky Maus Zeichentrickserie gucken – das war früher mein Ritual nach der Schule. Umso schockierter war ich, als ich in der Sammlung Falckenberg vor den Werken von Joyce Pensato stand. Die New Yorker Künstlerin verleiht unseren Kindheitshelden einen neuen Look, sodass du sie kaum wiedererkennst. Micky Maus, ihre lebenslange Muse, wird zu einer düsteren Gestalt mit verschmierten Augenhöhlen und tropfender Emaille-Farbe – völlig deformiert, zerkratzt und dreckig, auf die wesentlichen Formen reduziert. Schon beim Betreten des Raums verpassten mir ihre monumentalen Bilder (teils mehrere Meter hoch) einen Schlag in die Magengrube. Mit jedem Schritt zog sich die Schlinge enger: Donald Ducks fröhliches Grinsen verschwindet, Batmans Maske schmilzt, und Felix the Cat wirkt erschrocken und verunsichert. Diese Werke wirken wie von einer Kraft besessen – es sind Kreaturen ohne jede Fröhlichkeit, die etwas Schmerzhaftes in ihrem Inneren offenbaren.

  • JOYCE PENSATO – EYES FOR YOUÖffnet ein neues Browser Tab
  • 📍 Sammlung Falckenberg, Wilstorfer Str. 71, 21073 Hamburg
  • 📅 10.10.2026 - 04.04.2027
  • 🎨 Installation, Collage, Zeichnungen
  • 🎟️ ab 7 €
  • 🚶‍♀️ Öffentliche Führungen jeweils samstags um 15 Uhr.
  • 🎭 An ausgewählten Terminen findet eine Performance von einer Gruppe des Deutschen SchauSpielHauses in dieser Hamburger Ausstellung statt.

Für Kassettenkinder und Spürnasen: Das Altonaer Museum feiert das Gesicht der Drei ???

Aiga Raschs Cover zu "Aiga Rasch, Die drei Fragezeichen und der Doppelgänger"
2026 Franckh-Kosmos Verlags-GmbH & Co. KG, StuttgartÖffnet ein neues Browser Tab

„Wir übernehmen jeden Fall!“ – Wer bei diesem Satz sofort das Klackern einer Schreibmaschine im Ohr hat, sollte schleunigst seine Lupe einpacken: Das Altonaer Museum rollt mit der Ausstellung Rockybeach@Altona die Akten über die visuelle Mutter der „Drei ???“ auf! Aiga Rasch ist die Frau, die mit ihren Entwürfen das Gesicht meiner – und der von Millionen anderer – Kindheit geprägt hat. Es ist faszinierend zu sehen, wie aus ersten Bleistiftskizzen und sogar vom Kosmos-Verlag verworfenen Alternativentwürfen am Ende die Cover wurden, die später millionenfach über die Ladentische gingen. Neben den drei ??? hatte Aiga Rasch viel mehr Detektive im Gepäck: „Sherlock Holmes“ oder „Alfred Hitchcocks Gruselkabinett“ sind nur zwei berühmte Beispiele. Und weil die Cover der Künstlerin voller Rätsel und verborgener Geschichten sind, tun es die Führungen im Altonaer ihnen nach. Sie öffnen immer neue Zugänge zu dieser Ausstellung in Hamburg: mal mit Versen, mal mit einer Taschenlampe, mal als echter Detektivfall.

Erst verspottet, dann weltberühmt: Wie jüdische Pionier:innen die Moderne erfanden

Gemälde von Ferdinand Hodler, "Thunersee mit Stockhornkette"
Bucerius Kunst ForumÖffnet ein neues Browser Tab

Zu radikal, zu wild, zu unverständlich – als die Moderne die Kunstwelt aufmischte, hielten viele Kritiker:innen sie für einen schlechten Scherz. Doch jüdische Kunstsammler:innen in Deutschland bewiesen Mut: Sie erkannten sofort die Genialität von Monet oder Picasso, kauften verspottete Werke und machten die Avantgarde erst salonfähig. Das Bucerius Kunst Forum lässt dich hautnah in diese Epoche eintauchen. Die neue Ausstellung in Hamburg rekonstruiert 15 bedeutende Privatsammlungen und zeigt rund hundert Meisterwerke des Impressionismus und Expressionismus genau so, wie sie einst in den Wohnzimmern der jüdischen Sammler:innen zu sehen waren. Raum für Raum verknüpft die Schau die Werke mit den Biografien ihrer Besitzer:innen. Denn mit dem Aufstieg der Nationalsozialisten wurde diese Kultur brutal zerschlagen: Die Sammler:innen wurden enteignet, vertrieben oder ermordet. Wenn du heute vor einem Monet oder Picasso stehst, bewunderst du also nicht nur die Genialität der Maler – du blickst auch auf das Vermächtnis von Menschen, die alles riskierten, um dieser Kunst den Weg zu ebnen.

Achtung, dicke Luft! Akosua Viktoria Adu-Sanyah serviert dir einen Himmel, der es in sich hat

Ausstellungsansicht zu der Arbeit "Residual Sky Under Contamination"
Henning RoggeÖffnet ein neues Browser Tab

Was passiert eigentlich, wenn wir den Himmel nicht mehr durch die rosarote Brille sehen, sondern durch die Linse der Gegenwart? Akosua Viktoria Adu-Sanyah zeigt in ihrer Arbeit „Residual Sky Under Contamination“, dass der Blick nach oben schon lange nicht mehr unschuldig ist. Ihre Fotografien leuchten in fast schon magischen, aber auch giftigen Rot-, Violett- und Orangetönen. Das sieht fantastisch aus, ist aber gleichzeitig der Beweis dafür, dass der Mensch überall seine Finger – und seine Schadstoffe – im Spiel hat. Die intensiven Farben entstehen nämlich ganz ohne Photoshop durch analoge Fotografie: In der Dunkelkammer experimentiert die Künstlerin mit Fotopapier, Licht und Entwicklerflüssigkeiten. Indem sie diese chemischen Prozesse manipuliert, macht die deutsch-ghanaische die unsichtbare Luftverschmutzung und die Belastung unserer Atmosphäre direkt auf dem Papier sichtbar. Momentan stellt das PHOXXI zwanzig von ihren großformatigen Werken aus. Das Highlight: Die Deichtorhallen haben zusammen mit der HFBK ein offenes Fotolabor mitten in die Hamburger Ausstellung aufgebaut, an dem du die Magie einer analogen Dunkelkammer selbst erleben und eigene Bilder entwickeln kannst. Also, Kamera in die Tasche und hin da!

  • AKOSUA VIKTORIA ADU-SANYAH – RESIDUAL SKY UNDER CONTAMINATION
  • 📍PHOXXI – Temporäres Haus der Photographie, Deichtorstraße 1-2, 20095 Hamburg
  • 📅 05.06.2026 - 01.11.2026
  • 🎟️ ab 6 €
  • 🎨 Fotografie
  • 🚶‍♀️ Die Dunkelkammer-Workshops finden an ausgewählten Samstagen und Sonntagen jeweils von 11:00 bis 17:00 Uhr statt.

1.000 Quadratmeter, 40 Artists: In der Affenfaust Galerie bekommst du Reizüberflutung der besten Sorte

Bilder von @kriegundfreitag
Affenfaust GalerieÖffnet ein neues Browser Tab

Wenn ich auf St. Pauli unterwegs bin, schaue ich zwischen zwei Drinks manchmal in der Affenfaust-Galerie vorbei. Selten bekommt Straßenkunst so viel Ausstellungsfläche wie hier. Du kannst dir vorstellen, dass die Stimmung in dieser ehemaligen Supermarktfiliale spürbar anders ist: ein jüngeres Publikum, darunter viele Skater:innen und Künstler:innen, mit denen du wie von alleine ins Gespräch kommst. Genau jetzt ist die beste Zeit für einen Besuch, denn das jährliche Festival KNOTENPUNKT26 hat die rund 1.000 Quadratmeter große Galerie komplett auf den Kopf gestellt. 40 Künstler:innen aus aller Welt (von denen viele noch am Anfang ihrer Karriere stehen) haben ihre Pinsel und Spraydosen eingepackt, um deine Sehnerven mit Malerei, Skulpturen und Performances durchzuschütteln. Du stolperst über die unvergessenen Werke des Hamburger Graffiti-Künstlers “OZ”, schlurfst durch ein interaktives Fastfood-Dinner des deutschen Comicmalers “Krieg und Freitag” und wirst Zeuge, wie Musiker “Das Bo” seine erste Kunstperformance feiert – das ist urbane Kunst, die Spaß macht!

  • KNOTENPUNKT26Öffnet ein neues Browser Tab
  • 📍 Affenfaust Galerie, Paul-Roosen-Straße 43, 22767 Altona
  • 📅 29.8.2026 – 25.10.2026
  • 🎟️ 10 €
  • 🎨 Gemälde, Skulpturen, Plastiken, Installationen, Fotografien, Aktionskunst, Performances
  • 🚶‍♀️Abends kurz reinspazieren? Geht samstags zum Late Night Entry zwischen 19:00 und 22:00 Uhr

Eine Reise durch das Licht: Warum Monets Seerosen die perfekte Me-Time sind

Theresa im Port des Lumières
Heute in Hamburg

Claude Monet liebte das Licht und verbrachte sein ganzes Leben damit, dessen flüchtige Magie auf die Leinwand zu bringen – genau dieselbe Leidenschaft teilt das Port des Lumières. Rund 500 seiner Kunstwerke brechen dank modernster Projektionen aus ihren goldenen Rahmen aus und verwandeln die riesige Halle in einen Seenrosenteich: Pflanzen wachsen scheinbar dreidimensional aus dem Boden, das Sonnenlicht glitzert auf dem Wasser und die Seine beginnt zu rauschen. Trittst du ganz nah an die Wände heran, lösen sich die wilden Pinselstriche komplett auf, sodass du inmitten einer abstrakten Welt aus Farben und Formen stehst. Du setzt dich auf einen der Hocker, schaust dich in Ruhe um oder wanderst ein bisschen durch den Raum, um alles auf dich wirken zu lassen. Gerade weil es um dich herum so dunkel ist, blendet dein Kopf die Welt da draußen sofort aus. Dann heißt es einfach nur: 50 Minuten lang die Seele baumeln lassen, sich ganz auf das Sehen konzentrieren und sich von der Musik berieseln lassen. Klavierklänge und Popsongs verleihen Monets Gemälden unterschiedliche Stimmungen: mal fröhlich, mal nachdenklich, mal neugierig. Obwohl ich seine Gemälde schon oft gesehen habe, habe ich sie in dieser Ausstellung in Hamburg nochmal neu erlebt und gefühlt.

  • Monet. Meister des Impressionismus
  • 📍Port des Lumières, Platz am 10.Längengrad 1, am Westfield Überseequartier in der HafenCity, Ecke Osakaallee / Überseeallee, Magdeburger Brücke, 20457 Hamburg
  • 📅 ab 29.08.2026
  • 🎟️ ab 17 €
  • 🎨 Projektion

In diesem “Museum” findest du eine Vintage-Brille, die garantiert niemand anderes hat

Vintage Brillen in einer Vitrine
Optiker Wilke

Karl-Heinz Wilke hat eine ungewöhnliche Leidenschaft: Brillen sammeln. Alles begann mit 15 Jahren, als er auf dem Sperrmüll eine alte Silberbrille entdeckte. Eigentlich wollte er das Fundstück nur reparieren, doch seine Neugier führte zu einer Ausbildung zum Augenoptiker. Heute, Jahrzehnte später, umfasst seine Sammlung über 500 Originalbrillen verschiedener Epochen sowie Modelle berühmter Persönlichkeiten aus Film und Politik. Jedes Gestell ist ein Zeitzeuge für Mode, Handwerk und technischen Fortschritt: eine Cateye-Brille mit lila getönten Gläsern aus dem Frankreich der 1950er-Jahre, ein feuerrotes Sportmodell der Olympischen Spiele 2000 in Australien. Sein spektakuläres Archiv hat sich längst rumgesprochen: Regelmäßig klopfen Film- und Theaterregisseur:innen bei dem Hamburger an, um sich die Unikate für Kinoproduktionen oder Musicals auszuleihen. Wer selbst durch die ausgestellten Modelle stöbern möchte, findet die Sammlung in seinem Optikergeschäft in Winterhude, das er zusammen mit seiner Tochter Janina führt. Du darfst sie vor Ort nicht nur aufsetzen, sondern – wenn du dich in ein besonders antikes Modell verguckt hast – sie sogar kaufen: ein Hingucker für jedes Outfit allemal!

Stickereien, Beats & alte Fotos: Der Peru-Remix im MARKK!

Schwarz Weiß Foto einer Frau
MARKKÖffnet ein neues Browser Tab

Im Museum musst du immer leise sein? Das MARKK dreht die Geschichte lautstark auf links. Vor über 100 Jahren reiste der deutsche Forscher Hans Heinrich Brüning durch Nordperu und hielt das Leben der indigenen Gemeinschaften in Schwarz-Weiß-Fotografien und Wachswalzen-Tonaufnahmen fest. Statt diese Schätze im Archiv schlummern zu lassen, verwandelt die Ausstellung in Hamburg sie in ein zeitgenössisches Kunstprojekt. Peruanische Künstler:innen, queere Aktivist:innen und lokale Communities haben sich die kolonialen Bilder geschnappt, um sie neu zu interpretieren und sich ihre eigene Geschichte zurückzuholen. So verschmelzen die historischen Aufnahmen mit leuchtenden Farben, traditionellen peruanischen Stickereien und queeren Symbolen, die Fragen zu Identität und Widerstand aufwerfen. Noch eindrucksvoller macht sie der Sound: Moderne Beats wummern durch die Räume und lassen die bunten Fotos noch intensiver und dreidimensionaler wirken. Statt starr von Exponat zu Exponat zu schleichen, bewegst du dich im Takt der Musik – fast so, als würdest du live in ein Musikvideo eintauchen!

  • Bilderechos aus PeruÖffnet ein neues Browser Tab
  • 📍 Museum am Rothenbaum – Kulturen und Künste der Welt (MARKK)
  • 🎟️ ab 6 €
  • 📅 05.06.2026 - 28.06.2027
  • 🎨 Fotografie, Tonaufnahmen, Skulpturen
  • 🚶‍♀️ Am 22. September findet eine Lesung und ein Gespräch mit der peruanischen Autorin Gabriela Wiener und den Kurator:innen von „Bilderechos aus Peru“ statt.

Diese Ausstellung in Hamburg zeigt Body Positivity bevor es ein Hashtag wurde

Outfits auf Schaufensterpuppen
Henning RoggeÖffnet ein neues Browser Tab

Als Kunststudentin dachte ich, ich hätte in Sachen Upcycling schon vieles gesehen – bis ich in dieser Ausstellung in Hamburg war. Das Museum für Kunst und Gewerbe holt die schrillen Looks von Dua Lipa, Halle Berry und Rihanna auf 25 Schaufensterpuppen. Was der Designer Lamine Badian Kouyaté mit seiner Kombination aus Sportkleidung und dem Stil der Pariser Haute Couture hier zeigt, beweist pure Kreativität: Da hängen alte NFL-Sportshirts, die schräg angeschnitten und mit elastischen Stoffen zu heißen Runway-Kleidern kombiniert wurden. Anstatt die Nähte zu verstecken, macht leuchtend roter Overlock-Garn sie zu High-Fashion-Statements. Zeitdokumente und Videos seiner legendären Modenschauen in den 90ern auf offener Straße zeigen die Kollektionen in voller Bewegung. Das Label des Designers, „XULY.Bët“, bedeutet in der westafrikanischen Sprache Wolof übrigens so viel wie „Mach deine Augen weit auf“. Und genau das passiert dir beim Betreten der Ausstellung.

Gönn dir eine Portion Zen: Entschleunigung auf Japanisch im MKG

Vulkan
MK&GÖffnet ein neues Browser Tab

Das MK&G beamt dich direkt ins Land der aufgehenden Sonne: Bei der Ausstellung „Inspiration Japan“ schlenderst du vorbei an kunstvollen Bambuskörben, edler Keramik und echten Samurai-Schwertern. Das Highlight sind die Holzschnitte der Sammlung Walter Gebhard, die dich in die quirlige Edo-Zeit katapultieren. Du wirst staunen, wie frech und modern diese Jahrhunderte alten Werke wirken und wie sehr sie damals schon europäische Maler-Genies wie Van Gogh den Kopf verdreht haben. Im zweiten Geschoss kannst du zwischen den zarten Botanik-Grafiken und Blumenmalereien so richtig runterkommen. Oder du schaust im Erdgeschoss, im Teeraum, vorbei. Obwohl die Ausstellung in Hamburg schon mehr als zwei Jahre läuft, lohnt sich der Besuch: Das Museum tauscht alle vier Monate die Exponate, weil die jahrhundertealten Papier- und Textilschätze so lichtempfindlich sind.

Lenins Hirn in Scheiben: Was seine Krankenakte in einer Hamburger Ausstellung sucht

Militärarzt mit Pantostat
Medizinhistorisches MuseumÖffnet ein neues Browser Tab

Man nehme: Ein Gehirn in dünnen Scheiben, ein paar Elektroschock-Geräte und eine kräftige Prise sowjetischer Propaganda. Fertig ist das Rezept für eine Sonderausstellung im Medizinhistorischen Museum, die nichts für schwache Nerven ist. Im Scheinwerferlicht steht eine sensationelle Entdeckung aus dem Archiv des Universitätsklinikums Eppendorf (UKE): die originale Krankenakte von Wladimir Iljitsch Lenin! Du blickst direkt auf die handschriftlichen Notizen des Hamburger Neurologen Max Nonne, der 1924 an Lenins Totenbett im russischen Gorki saß. Neben diesen brisanten Dokumenten siehst du die gruseligen Werkzeuge der damaligen Hirnforschung, historische Mikroskope und echte Gewebepräparate – quasi das Making-Off von Lenins zerschnittenen Gehirn, das heute in Russland hinter verschlossenen Türen liegt. Heißt für dich: Eine spannende Mischung aus True Crime, Medizingeschichte und politischer Propaganda!

  • Lenins Tod. Eine SektionÖffnet ein neues Browser Tab
  • 📍 Medizinhistorisches Museum Hamburg, Martinistraße 52, 20246 Hamburg
  • 🎟️ ab 4 €
  • 📅 14.02.2025 - 17.01.2027
  • 🎨 Archivmaterial, Fotografie, Objekte
  • 🚶‍♀️ Mittwochs gibt es um 18 Uhr einen kostenlosen Vortrag im Hörsaal des Museums.

Woher hatte Pippi ihr Gold? Die Ausstellung im MARKK erzählt die wahre Geschichte

Schwarz-Weiß-Foto von Carl Pettersson
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Pippi Langstrumpf war früher meine Kindheitsheldin: Eine echte Querdenkerin – frech, frei und furchtlos. Umso gespannter war ich auf die Ausstellung im Hamburger MARKK, die dich mit auf eine Reise zum Taka-Tuka-Land nimmt und sich um die Familie des Mädchens aus der Villa Kunterbunt dreht. Genauer: Um Pipis Papa, einen “Südseekönig” mit Beigeschmack, der über die indigene Bevölkerung herrschte und Pippis unbeschwertes Leben finanzierte. Die Schau ist auch für Erwachsene interessant, weil sie das Geheimnis um die wahre Vorlage von Kapitän Langstrumpf lüftet: den schwedischen Seefahrer Carl Pettersson (1875–1937). Dieser erlitt tatsächlich Schiffbruch, ließ sich auf den Tabar-Inseln im Bismarck-Archipel nieder und baute Kokosplantagen auf. Die Gegenüberstellung von Buchillustrationen, Archivdokumenten und pazifischen Kunstwerken regt zum Nachdenken an, wenn du das nächste Mal durch Kinderbücher blätterst. Die Kleinen wiederum dürfen über Rampen und Rutschen balancieren, alte Seekarten entdecken und in Pippis Fußstapfen treten.

Noch mehr Lust auf Kunst? Wo sich die buntesten Galerien der Stadt verstecken, verraten wir dir hier.