Ein Tag in Eimsbüttel: Lieblingsorte von früh bis spät
Altbau-Träume, jede Menge Parks und Kultur an jeder Ecke – Eimsbüttel ist das absolute Hauptquartier für Familien und alle, die es entspannt mögen. Das Viertel platzt fast aus allen Nähten vor schönen Spots: von der traditionsreichen Kneipe bis zum hippen Newcomer. Wir haben die Rosinen für dich herausgepickt!
Kein 3D und XXL Popcorn? Warum sich der FilmRaum trotzdem lohnt

Mit 35 Plätzen, antiken Stehlampen und einer kleinen Leinwand ist der filmRaum wohl das kuscheligste Wohnzimmerkino der Stadt. Wo früher eine Ladenfiliale war, schuf Gründer Behzad Safari zusammen mit seinem Bruder 2007 eine kleine Oase für Filmfans. Dieses DIY-Feeling – zusammengewürfelte Polsterstühle, dunkelrote Samtvorhänge vor den Schaufensterscheiben und der von der Decke baumelnde Beamer – verleiht dem Raum nur noch mehr Charme. Weil für eine klobige Popcornmaschine schlichtweg kein Platz wäre, schöpft das Team den Snack an der Kasse im hinteren Bereich frisch aus einem großen Plastikeimer. Nervige Werbung suchst du hier ebenso vergeblich wie Hollywood-Blockbuster oder stumpfe Action. Stattdessen flimmern Autorenfilme, Dokumentationen und fast vergessene Klassiker über die Leinwand – aus der ganzen Welt und in der Originalsprache mit deutschen Untertiteln. Bevor es losgeht, begrüßt dich Behzad persönlich und erzählt ein paar Anekdoten zum Film.
Info: FilmRaumÖffnet ein neues Browser-Tab, Müggenkampstraße 45, 20257 Hamburg
Die Kleine Konditorei ist das süße Herz von Eimsbüttel

Wer in Eimsbüttel wohnt, stolpert quasi an jeder Ecke über “Die Kleine Konditorei”. Gleich vier Filialen versorgen den Stadtteil sternförmig mit Glücksgefühlen in Teigform. Vom allerersten Laden an der Lutterothstraße hat sich das Familienunternehmen bis zum Langenfelder Damm, der Osterstraße und der Warnstedtstraße vorgebacken. Sonntagmorgens gehört das Schlangestehen fast schon zum guten Ton, wenn sich halb Eimsbüttel mit ofenfrischen Leckereien eindeckt. Wer kann bei Natursauerteigbrot mit Roggenpils oder der Rotkruste mit Rotkohl auch schon Nein sagen? Neben Klassikern wie dem traditionellen Frankfurter Kranz und saftigen Franzbrötchen, die du hier auch vegan oder mit extra Streuseln bekommst, warten auch jede Menge herzhafte Snacks auf dich. Also von wegen klein – für den Stadtteil ist diese Konditorei ganz großes Back-Kino!
Info: Die kleine KonditoreiÖffnet ein neues Browser-Tab, Lutterothstraße 9-11, 20255 Hamburg
Völlig losgelöst von der Erde bist du in der Kaifu Therme

Ob Familienspaß im Planschbecken, sportliches Bahnenziehen oder der mutige Sprung vom 10-Meter-Turm – das Kaifu-Bad am Kaiser-Friedrich-Ufer ist seit über 120 Jahren die erste Adresse für Eimsbütteler Wasserratten. Doch das älteste Schwimmbad der Stadt punktet nicht nur mit Action, sondern auch mit einer erstklassigen Ruheoase im separaten Sole- und Wellnessbereich. Hier wartet ein echtes Verwöhnprogramm auf dich: Eine Saunalandschaft über zwei Etagen und ein Dampfbad bringen dich ins Schwitzen, während Erlebnisduschen und ein Kalttauchbecken für die perfekte Abkühlung sorgen. Entspannen kannst du anschließend auf der großzügigen Dachterrasse oder im gemütlichen Kaminzimmer, bevor du dir an der Bar eine Erfrischung gönnst. Das absolute Highlight ist das Floating: Dank des Salzgehalts von 6 % schwebst du wie schwerelos im Wasser unter dem denkmalgeschützten Kreuzgratgewölbe.
Info: Bäderland KaifusoleÖffnet ein neues Browser-Tab, Hohe Weide 15, 20259 Hamburg
Underground statt glatter Lounge: Der beste Jazz kommt aus dem Birdland-Keller

Wahrscheinlich kein Geheimtipp mehr, darf aber auf dieser Liste nicht fehlen: Das Birdland ist der älteste Jazzkeller Hamburgs, wo in den letzten 40 Jahren schon Weltstars wie die Trompeten-Legende Chet Baker oder der Schlagzeuger Art Blakey auf der Bühne standen. Von dieser goldenen Ära erzählen noch heute die Porträts an den holzvertäfelten Wänden, die die Gründerin Heidi Reichert damals selbst malte. Gemeinsam mit ihrem Mann Dieter eröffnete sie den Club im Jahr 1985 – benannt nach der Jazz-Größe Charlie „Bird“ Parker. Inzwischen leiten die Söhne Wolff und Ralph den Familienbetrieb mit mindestens genauso viel Herzblut. Sie halten die Tradition lebendig, öffnen die Bühne neben klassischem Jazz aber längst auch für frischen Soul, Funk und Pop. Weil donnerstags der Eintritt kostenlos ist und dann eine lange Schlange vor dem Club steht, lohnt es sich früh zu sein!
Info: Birdland Hamburg (Jazzclub)Öffnet ein neues Browser-Tab, Gärtnerstraße 122, 20253 Hamburg
Vom Toilettenhaus zum Kult-Treff: Die Villa im Park

Die Villa im Park an der Lutterothstraße ist keine schicke Luxusvilla, sondern eine Kneipe mit einer kuriosen Geschichte: Das Gebäude war früher ein baufälliges Toilettenhaus. Heute bemerkst du davon nichts mehr, nur die hellen Fliesen erinnern noch an diese Zeit. Seit 2019 wirbeln die drei Hamburger Jungs Alexis, Hendrik und Patrick hinterm Tresen und haben die urige Bude in einen beliebten Nachbarschaftstreff verwandelt. Drinnen wartet ein gemütlicher Raum mit offener Küche, wo es am Wochenende manchmal laut und wuselig wird. Der Star auf der Karte ist der Flammkuchen: hauchdünn, verdammt knusprig und dafür wie gemacht, um ihn mit deinen Liebsten zu teilen. Regelmäßig steigen hier Konzerte, Pub-Quizze oder Themenpartys. Und am letzten Sonntag im Monat organisiert das Team einen Anwohnerflohmarkt direkt vor der Tür. Schnapp dir draußen einen der begehrten Strandkörbe und du fühlst dich sofort wie an der Ostsee!
Info: Villa im ParkÖffnet ein neues Browser-Tab, Else-Rauch-Platz 1, 20255 Hamburg
Erst Koffein, dann Aperitivo: Das Studio Gusto feiert Dolce Vita
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Am nördlichen Ende der Osterstraße haben die beiden Gründer Patrick und Gina ihr Herzensprojekt, das Studio Gusto, hochgezogen – ein hippes Café, das sofort gute Laune versprüht und die italienische Leichtigkeit zelebriert. An der schicken Bar kriegst du Specialty Coffee mit unverschämt cremigem Milchschaum. Du hast die Wahl zwischen zwei Geschmacksprofilen: einem fruchtig-floralen oder einem klassisch-schokoladigen Espresso. Wer tiefer in die Materie eintauchen möchte, lernt die Kunst des Milch Aufschäumes oder Latte-Art-Muster in den hauseigenen Workshops. Für den Genuss zu Hause sorgt ein fein ausgewähltes Sortiment von wechselnden Röstereien. Dank des super verständlichen Farbsystems auf den Packungen erkennen selbst Laien, welche Aromen sich beim Brühen im Becher entfalten. Sobald die Sonne tiefer steht, wechseln die Gläser und der Espresso weicht dem Aperitivo.
Info: Studio GustoÖffnet ein neues Browser-Tab, Methfesselstraße 62, 20257 Hamburg
Stil hast du, Kleider leihst du: Probier die Fashion-Flatrate in der Kleiderei

Leihen statt kaufen – das ist das Konzept hinter der Kleiderei: Mit einer Monatsmitgliedschaft von 29 Euro schnappst du dir bis zu vier Teile, trägst sie so lange du willst und tauschst sie danach gegen neue Styles aus. Die Kleider, die doch nicht perfekt sitzen oder nicht zu deinem Style passen, bringst du wieder zurück – bis nur noch deine liebsten Pieces in deinem Schrank liegen: keine Fehlkäufe oder vollgestopfte Regale. Zwei Hamburgerinnen kamen bereits 2012 auf die Idee des unendlichen Kleiderschranks, bis schließlich die Modedesignerin Leoni Lojenburg ihren Laden im Mai 2024 öffnete. Auch ohne Abo lohnt es sich vorbeizukommen: Die bunte Mischung aus Fair Fashion, Vintage und Secondhand hält besondere Einzelstücke für jeden Anlass bereit. Wer selbst ausmistet, bringt seine Kleiderspenden vorbei und staubt einen Rabattgutschein ab.
Info: Kleiderei HamburgÖffnet ein neues Browser-Tab, Eppendorfer Weg 68, 20259 Hamburg
Das Arc Restaurant serviert dir ein 10-Gänge-Menü für 89 Euro
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Völlig unprätentiös versteckt sich das arc-Restaurant, das in der Gastro-Szene als heißer Anwärter für einen Michelin-Stern gilt, im Erdgeschoss eines unscheinbaren Mehrfamilienhauses. Drinnen schaust du dem jungen Gründer-Trio in der offenen Küche direkt auf die Finger. Der Name ist Programm: arc ist Französisch für Bogen. Und genau den will das Team zu jüngeren Leuten spannen, die Bock auf ein kulinarisches Abenteuer haben – ganz ohne Elitismus, Verkleidungszwang oder die Angst, sich fehl am Platz zu fühlen. Das pescetarische 10-Gang-Menü gibt es deshalb für faire 89 Euro. Auf den Tellern landen fangfrischer Fisch und kreative Kombis aus regionalem Gemüse. Und wer wissen will, wer die Möhren eigentlich aus der Erde gezogen hat, blättert beim Warten im hauseigenen „Freundebuch“, in dem das Team seine lokalen Erzeuger vorstellt.
Info: arc restaurant,Öffnet ein neues Browser-Tab Eppendorfer Weg 58, 20259 Hamburg
Papeterie-Nerds sind in der Rosa Quitte richtig
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Die Rosa Quitte zieht alle magisch an, die ihren analogen Kalender wie einen Schatz hüten und beim bloßen Stichwort „digitales Zeichnen“ skeptisch das Gesicht verziehen. Oder mit anderen Worten: Die rosa Quitte ist ein analoges Paradies für Design- und Schreibwaren-Fans. Stunden können vergehen, wenn du durch Notizbücher in Pastell- und Neonfarben stöberst, edle Flüssigtinten testest oder handgefertigte Stempel ausprobierst. Alles ist wunderschön wie in einer Galerie arrangiert, dazu duftet es herrlich nach feinem Papier. Vor fünf Jahren gründete die Inhaberin Maxi Müller den Concept Store um einen Platz für all die schönen Dinge zu schaffen, die man im digitalen Alltag oft vermisst. Die Erfolgsgeschichte hört nicht auf: Nur ein paar Häuser weiter (am Eppendorfer Weg 91) eröffnete ein Atelier, in dem regelmäßig Live-Workshops zu Lettering, Bullet Journaling oder Stempelaquarell stattfinden.
Info: Rosa QuitteÖffnet ein neues Browser-Tab, Eppendorfer Weg 77, 20259 Hamburg
Wein ohne Snobismus: Der Witwenball ist cooler, als du denkst

Wo heute edle Tropfen im Glas schwenken, flogen früher die Röcke: Bis in die 1980er hinein tanzten im legendären Witwenball an der Weidenallee Hamburger Witwen bis tief in die Puppen. Im Jahr 2013 hauchten Julia und Axel Bode den geschichtsträchtigen Räumen neues Leben ein. Marmortresen, Samtpolster, hauchdünne Gläser: Auf den ersten Blick könnte man denken, hier wird Wein sehr ernst genommen. Wird er auch – allerdings ohne jedes Gehabe. Im Witwenball geht es entspannt zu, die Beratung ist herzlich und auf der Karte landen viele spannende Weine junger Winzer:innen, die du nicht an jeder Ecke bekommst. Die Küche zaubert pure Poesie auf die Teller zum passenden Tropfen. Nach dem „Your Choice“-Prinzip bastelst du dir dein 3- oder 4-Gänge-Menü aus Fisch-, Fleisch- oder vegetarischen Optionen selbst zusammen.
Info: Witwenball Küche & WeinÖffnet ein neues Browser-Tab, Weidenallee 20, 20357 Hamburg